

Museen
Es gibt viel zu entdecken, wenn das Wetter mal nicht mitmacht oder der Muskelkater von der Vortagestour doch etwas garstig zwickt...
Platz
Kellertheater Grüsch
Das im Jahre 1998 eröffnete und im Kulturhaus Rosengarten integrierte Kleintheater bietet mit zwei Programmzyklen einen anspruchsvollen, abwechslungsreichen Einblick in eine gute Unterhaltungsszene. Der gewölbte Kellerraum ist akustisch sehr geeignet und strahlt eine intime Atmosphäre aus.
Auf der abgestuften Zuschauertribüne befinden sich rund 70 Sitzplätze. An den Spielabenden ist jeweils die aussergewöhnliche Kellerbar geöffnet.
Spielzeiten September – Januar
Kontakt Kellertheater Grüsch, Tel. +41 (0)81 325 35 92
www.kulturhaus-rosengarten.ch
Weltmonument Salginatobelbrücke Schiers
Die Salginatobelbrücke bildet das Kernstück der Verbindungsstrasse von Schiers nach Schuders und kann selbstständig besichtigt werden. Mit einem 90 Meter weit gespannten Bogen führt sie in einer Höhe von 90 Meter über den Salginabach. 1991 erkürte die grösste amerikanische Ingenieurvereinigung ASCE diese aussergewöhnliche Brücke zu einem «World Monument». Mit der Salginatobelbrücke besitzt die Gemeinde Schiers das einzige Weltmonument der Schweiz.
Führungen Auf Anfrage jederzeit möglich, Pauschale ab CHF 200.–
Kontakt Prättigau Tourismus, +41 (0)81 325 11 11
Die Salginatobelbrücke an der Verbindungsstrasse von Schiers nach Schuders ist das einzige Weltmonument der Schweiz und in technischer Hinsicht eine der wichtigsten Stahlbetonbogenbrücken der Welt.
Die Ehrung kam aus Amerika
1991 erkürte die grösste amerikanische Ingenieurvereinigung ASCE diese aussergewöhnliche Brücke zu einem „world monument“. Insgesamt 45 Bauwerke bilden heute den kleinen Kreis der bedeutendsten Ingenieurschöpfungen, u. a. so bekannte wie der Eiffelturm in Paris, die New Yorker Freiheitsstatue, die Inkastadt Machu Picchu in Peru, die endlosen Reisterrassen auf den Nordphilippinen, die Hagia Sophia Moschee in Istanbul, der Alaska-Highway oder der Panamakanal.
Der Schönheitswettbewerb
Knapp 10 Jahre später erfolgte eine weitere Auszeichnung: Die renommierte britische Fachzeitschrift „Bridge – design & engineering“ fragte weltweit dreissig bekannte Konstrukteure und Architekten nach der schönsten Brücke des 20. Jahrhunderts. Der hohe Tobelübergang zwischen Schiers und Schuders ging klar in Führung vor der Golden Gate Bridge in San Francisco und zahlreichen weiteren berühmten Brücken.
Pionierwerk im Betonbrückenbau
Die Salginatobelbrücke ist das Meisterwerk des grossen Stahlbetonpioniers Robert Maillart (1872–1940). Der Schweizer Konstrukteur schuf neuartige und bahnbrechende Bauten, die ihn zu einem der bedeutendsten Bauingenieure seiner Zeit machten. Herausragend in der Geschichte der Baukunst sind seine von ihm entwickelten Brückenbausysteme des Dreigelenk-Hohlkastenträgers und des versteiften Stabbogens.
Billigstes Projekt – kurze Bauzeit
Die Ausschreibung erfolgte im Sommer 1928. Zwei Monate später war das Kantonale Bauamt im Besitz von 19 Projekten für einen Tobelübergang. Man bevorzugte die billigste Offerte der Firma Prader, obwohl man der ungewohnt schlanken Konstruktion nicht recht traute. Es handelte sich dabei um das Projekt von Robert Maillart, dem einmal mehr gelungen war, durch sparsamste Verwendung des damals sehr teuren Materials Stahlbeton die wirtschaftlichste Brückenlösung zu finden. Der Bau wurde zur offerierten Pauschalsumme von Fr. 135’000.– vergeben. Das vielbeachtete Lehrgerüst von Richard Coray kostete weitere Fr. 45'000.–. Im Spätsommer 1929 wurde es von nur 6 Arbeitern abgebunden und im steilen Tobel aufgestellt. Der Holzbedarf betrug rund 700 m3 bei einer Stückliste von 1285 Nummern und konnte aus gemeindeeigenen Waldungen gedeckt werden. Die Betonierungsarbeiten erfolgten 1930 in der unglaublich kurzen Zeit von nur drei Monaten. Das gesamte Betonmaterial wurde von Hand gemischt und mit Karretten zugeführt. Die heikelste Phase war der Guss der dünnen Bogenplatte, welcher ohne Unterbruch von beiden Seiten her absolut symmetrisch durchgeführt werden musste und nach 40 Stunden mühevoller Arbeit vollendet war. Mitte August 1930 konnte das Lehrgerüst abgesenkt und das Bauwerk dem Verkehr übergeben werden.
Weltweite Beachtung
Während der Bauzeit ahnte man noch nicht, welche Beachtung diesem Brückenbauwerk einmal zukommen würde. Zwar erhielt schon das kühne Lehrgerüst viel Bewunderung, und mit Interesse verfolgten Einheimische wie Fachleute aus dem In- und Ausland die Betonierungsarbeiten. Alle grossen Zeitungen des Landes brachten Berichte zur Einweihung, wobei die neuartige Konstruktion durchwegs gelobt und als beispielhaft bezeichnet wurde. Doch das Besondere dieses Brückenschlags ging ausserhalb der Fachkreise allmählich vergessen – die Abgeschiedenheit im wilden Salginatobel und der Umstand, dass jede Brücke schliesslich ein Nutzbau ist, trugen dazu bei. Dagegen fand das Bauwerk rasch Einzug in zahlreiche Fachbücher und wurde bald auch an technischen Hochschulen rund um den Globus als epochale Ingenieurleistung beachtet und studiert. Die filigrane Stahlbetonbrücke erschien wiederholt an Kunstausstellungen, und ihre unverwechselbare Silhouette wurde zu einem Symbol für moderne Architektur.
Geniale Konstruktion
In der Geschichte der Brückenbaukunst ist die Salginatobelbrücke längst ein Markstein. Ihre revolutionäre Konstruktion hat neue Akzente gesetzt und Bauingenieure in allen Erdteilen beeinflusst. Das dreigelenkige Bogentragwerk bildet ab den Viertelspunkten zum Scheitel hin einen steifen Hohlkasten: Gewölbe, Seitenwände und Fahrbahn sind zu einer schlanken Einheit zusammengeschmolzen. Umgekehrt verjüngen riesige Aussparungen der Seitenwände den Bogen zu den Auflagern hin. Die optische Wirkung ist bestechend – in einem gewaltigen Sprung setzt die Brücke an die lotrechte Felswand. Die unverzierte Klarheit der in dünne Platten und Scheiben aufgelösten Form begeistert Fachleute und Laien gleichermassen und wirkt zeitlos modern. Nie zuvor ist Stahlbeton sparsamer und eleganter angewendet worden.
Brückenerlebnis
Heute ist die Salginatobelbrücke bekannter denn je. Täglich begehen Besucher den eigens erstellten „Historischen Rundpfad Salginatobelbrücke“, der weitgehend dem alten Schuderser Saumpfad folgt, und lassen sich von der kühnen Lage des weltberühmten Bauwerks begeistern. Grosse Hinweistafeln an den Dorfeingängen sowie Panoramatafeln und Beschilderungen im Dorf zeigen den Weg zu diesem Brückenerlebnis der besonderen Art. Die Besucherplattform, auf einem exponierten Felsvorsprung gelegen, bietet einen einzigartigen Blick auf das Bauwerk, und ein speziell gekennzeichneter Fotostandort rundet die touristische Erschliessung ab.
Text / Fotos: © Andreas Kessler 2009
Kulturhaus Rosengarten Grüsch
Das ehemalige Herrenhaus wird seit mehr als 30 Jahren als Kultur- und Begegnungsstätte genutzt. Es bietet eine Plattform für einheimische Kulturschaffende sowie für eigene Ausstellungen. Auch das Prättigauer Heimatmuseum und das Kulturarchiv des Tales sind im Haus untergebracht. Es zeigt die vielfältige Geschichte des Tales anhand von Ausstellungen, welche auf eine umfangreiche Sammlung von rund 2000 historischen Objekten zurückgreifen können. Museum und Archiv sind immer während der Ausstellungszeiten zugänglich.
Das integrierte Kleintheater mit rund 70 Sitzplätzen bietet mit zwei Programmzyklen einen anspruchsvollen, abwechslungsreichen Einblick in eine gute Unterhaltungsszene. Der gewölbte Kellerraum mit seiner guten Akustik strahlt eine intime Atmosphäre aus.
Spielzeit August - Juni
Tel. +41 (0)81 325 35 92
Infos zu den einzelnen Programmpunkten finden Sie im Veranstaltungskalender.
Ein Museum in Bewegung 2008 - 2014
Sechs Jahre lang arbeiten verschiedenste KünstlerInnen in den 14 Gemeinden des Prättigaus. Die einzelnen Räume, die von je einer Künstlerin oder einem Künstler über Jahre hinweg betreut werden, sind als vernetzte Plätze im Kontext eines kontinuierlichen Forschens angelegt, in dem sich das Werk in Bewegung als Teil der sich ständig verändernden materiellen Welt begreift. Dabei beziehen die einzelnen KünstlerInnen das Publikum in ihren Arbeitsprozess ein, der sich interaktiv, dialogisch versteht und keinesfalls als die Aktivität eines einzelnen
Menschen zu sehen ist. Die vierzehn Räume werden damit zu Orten visualisierter Kommunikation, zu einem Teil des Tals als Ganzem.
Ein Mittagessen mit Künstlern und Gewerbetreibenden
Teil sein, des regelmässig am Dienstag 12.00 Uhr stattfindenden Mittagessens im Passagenhaus, dem Informationszentrum und Laden des Museum in Bewegung. Zusammen mit einheimischen Gewerbetreibenden und Künstlern aus verschiedenen Regionen eine glückliche Stunde verbringen. Im Sommer auf der Bühne vor dem, im Winter im Haus.
Anmeldung Vortag, bis 16.00 h
Kosten Erwachsene und Kinder CHF 10.- pro Person












